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Manchmal
reicht sogar die Phantasie nicht aus, alle möglichen Unfälle
beim Sport zu beschreiben. Aber die Gefahren sind vielfältig:
Der Radfahrer,
der beim Sturz auf die Mittelstange fällt und dabei zwei
Zähne verliert!
Der Reiter,
der beim Sprungtraining zwar extra einen Kinnschutz trägt,
aber damit eher Abschürfungen am Kinn verhindert, nicht
jedoch Gehirnerschütterungen und lockere Zähne!
Das Internet
zeigt Fußballer, die z.B. bei der letzten WM mit gewagten
Sprüngen mit den Knien oder gar Füßen mitten
im Gesicht des Gegners landeten. Das tut nicht nur dem Zuschauer
weh, sondern auch dem betroffenen Abwehrspieler!
Der Hobby-Squashspieler,
der im Eifer des Gefechts den Ball mit dem Kopf des Squash-Partners
verwechselt.
Die eigenen Knie oder die der Gegner, Ellenbogen oder auch Füße
und Hände sind bei vielen Sportarten die eigentlichen Gefahrenquellen,
dazu kommen Laternenmasten, Sprunghürden, Schläger,
Bälle und anderes. Leidtragende sind die Zähne, Lippen,
der Kiefer selber und die Zunge. Gehirnerschütterungen
sind dabei häufige Begleiterscheinungen dieser Unfälle.
In unseren Skizzen ist der Unterschied zwischen dem ungeschützten
Aufprall und der Dämpfung, die mit einem Mundschutz erreicht
wird, gut erkennbar.
In der ersten Skizze wird deutlich, dass jede Außeneinwirkung
auf den Kiefer ohne Mundschutz ungebremst auf das Kiefergelenk
(Punkt A) trifft. Ein Schlag oder Stoß wird von da aus
direkt auf den Rest des Kopfes weitergeleitet. Gehirnerschütterungen,
Kieferbrüche und Schlimmeres können die Folge sein.
Nicht umsonst wird daher beim Boxen vom Gegner die Kinnspitze
als ein möglicher K.O.-Punkt anvisiert.
Zitat aus einem Box-Handbuch: Durch den Schlag kommt es zu einer
Erschütterung des gesamten Schädels. Dies kann Benommenheit
und kurzfristige Bewusstseinstrübung auslösen. Eine
entsprechende Erschütterung des Gleichgewichtsorgans verstärkt
die Schlagwirkung.
Die zweite Skizze zeigt, dass der Kieferknochen, genau wie die
Zähne selber, bei der Verwendung eines Mundschutzes ein
Abstand, wie bei einem offen stehenden Mund, zwischen Gelenk
und Kiefer erzeugt. Dieser Abstand bewirkt, dass die Gewalteinwirkung
nur noch abgeschwächt auf den Schädel trifft (siehe
B). Die Gefahr eines Kieferbruchs, aber auch von Gehirnerschütterungen
wird deutlich reduziert.
Nur ein sicherer Mundschutz beim Sport schützt also Zähne
und Gesundheit. Bis zu 40 % aller Zahn- und Mundverletzungen
passieren beim Sport. Dabei werden fast immer die oberen Schneidezähne
verletzt, teilweise werden Zähne vollständig ausgeschlagen.
Nicht nur das Aussehen wird in diesen Fällen beeinträchtigt.
Die
Statistik „Sport Injuries of Australia“ basierend
auf
1.000.000 untersuchten Kopf-/ Kieferverletzungen beim
Sport |
| Körperteil |
Ohne
individuellen
Mundschutz
|
Mit
individuellem
Mundschutz |
| Zähne |
30
% |
0
% |
| Lippen |
55
% |
24
% |
| Zunge |
21
% |
8
% |
| Unterkieferknochen |
10
% |
2
% |
| Gehirnerschütterung |
16
% |
0
% |
Leider handelt
es sich dabei auch nicht um Einzelfälle. Fast jeder dritte
Deutsche erleidet mittlerweile im Laufe seines Lebens einen
Unfall oder eine Schädigung der Zähne beim Sport und
Spiel. Und durch das veränderte Freizeitverhalten und die
neuen Trendsportarten wird diese Zahl voraussichtlich noch weiter
steigen. Im
Profisport hat sich der Mundschutz bei vielen Sportarten wie
Rugby, Kampfsport oder American Football bereits als Standardausrüstung
durchgesetzt. Im Breitensport hingegen werden die Risiken
immer noch verharmlost. Dabei ist gerade hier das Verletzungsrisiko
durch fehlende Erfahrung und das damit verbundene höhere
Unfallrisiko noch größer.
„Der Unfall dauert Sekunden – die Behandlung Jahre!“
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